FORDERUNGEN

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Foto: Michał Zak

Ihr Lieben!

Es verging bereits ein Paar Wochen seit dem Schwarzen Montag, seit wir ein deutliches „Nein“ gesagt haben. Und wir haben gewonnen.

Dies heißt aber noch lange nicht, dass die Zeit gekommen ist, unsere Regenschirme zu schließen: Die parlamentarische Mehrheit plant nach wie vor, ein drakonisches Anti-Abtreibungsgesetz zu verabschieden, die Privilegien der Katholischen Kirche und ihr Einfluss auf die polnische Gesetzgebung wachsen beständig und der Zustand des Bildungssystem verschlimmert sich, da die politische Bildung durch Indoktrination ersetzt wird.

Deshalb sagen wir weiterhin NEIN!

Unsere Forderungen:

NEIN zu Frauenverachtung und zu Gewalt an Frauen!

NEIN zu Einmischung der Kirche in die Politik!

NEIN zu politischer Manipulation innerhalb des Bildungssystems!

Am 24. Oktober jährt sich zum 41. Mal der Streik der isländischen Frauen. Das ist für uns ein Datum, an dem wir NEIN zu Missständen sagen, die Ihr in der letzten Woche auf unsere Einladung hin diskutiert habt, Anhängerinnen und Anhänger der Bürgerbewegung „Landesweiter Streik der Frauen“.

NEIN zu Frauenverachtung und zu Gewalt an Frauen!

  • Wir haben genug davon, als Wesen bezeichnet zu werden, die „von jemandem auf die Straßen geführt werden”.
  • Wir sind nicht einverstanden damit, dass jemand ohne uns über unsere Belange entscheidet.
  • Wir haben genug von der Behauptung, dass gesetzliche Bestimmungen zur Verhinderung von Gewalt aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit umgesetzt und durchgeführt würden.
  • Wir sagen „Nein“ zu Hindernissen bei der Verwirklichung grundlegender sexueller und reproduktiver Rechte.
  • Wir sind nicht einverstanden mit dem fehlenden Zugang zur Sexualaufklärung.

NEIN zu Einmischung der Kirche in die Politik!

  • Wir sind nicht einverstanden mit der privilegierten Stellung der Katholischen Kirche in Polen.
  • Wir haben genug vom Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und vom angeblichen freien Zugang zum Ethikunterricht.
  • Wir sind gegen die von den katholischen Kirchengemeinden praktizierte Vertuschung sexueller Missbrauchsfälle.
  • Wir haben genug von Versuchen, die Gesetzgebung des Staates nach religiösen Prinzipien auszurichten.

NEIN zu politischer Manipulation innerhalb des Bildungssystems!

  • Wir sind nicht einverstanden mit dem Ersetzen der Wissenschaft durch Indoktrination.
  • Wir haben genug von der Verachtung, mit der die Ministerin Anna Zalewska Kindern, Eltern und Lehrern gegenübertritt.
  • Wir sind gegen die Demontage des polnischen Bildungssystems und gegen die Zerstörung von Bildungschancen der jungen Generation – der Generation, von der die Zukunft unseres Landes abhängt.

Gudrun Jonsdottir, die vor 41 Jahren in Island streikte, wandte sich letzte Woche mit unterstützenden Worten an uns: „Dieses Ereignis hat Island neugeformt (…) Viele Frauen sagen mir, dass etwas Ähnliches in Ihrem Land nicht möglich wäre. Woher wollt Ihr das wissen? Habt Ihr es versucht? (…) Als ich damals exakt hier im Zentrum von Reykjavik zusammen mit 25 000 Frauen stand, wurde mir klar, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. (…) Polnische Schwestern, tut alles, was in Eurer Macht steht, um die Situation in Eurem Land zu verändern.“

Ich denke genauso. Nichts mehr wird so, wie es war. Wir, mutige Schwestern und kluge Männer, die uns unterstützen, werden die Situation in unserem Land verändern.

WIR SCHLIESSEN UNSERE REGENSCHIRME NICHT!

WIR LASSEN SIE AUFGESPANNT!  

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