MANIFEST (ZUR DEMO AM 8. MÄRZ 2017)

Wir glauben, dass gerade Frauen die Kraft repräsentieren, die fähig ist, den Marsch der Populisten und Neonazis in der Welt zu stoppen – es gibt uns doch überall. An der Koalition des Internationalen Frauenstreiks beteiligen sich Frauen aus 40 Ländern. Für den 8. März 2017 planen sie zahlreiche solidarische, diversifizierte Massenaktionen zum gemeinsamen Thema „Solidarität ist unsere Waffe”.

Jarosław Kaczyński und seine Marionetten in der Regierungs-Partei PiS (“Recht und Gerechtigkeit”) geben uns keine Ruhe. Sie beleidigen und beschimpfen uns, sie schaffen immer und immer wieder neue Gesetze, die uns, Frauen, immer und immer mehr ins Mittelalter zurückversetzen.

Sie haben eine s.g. Gewissensklausel konstruiert, die Ärzten an staatlichen Kliniken und Gesundheitszentren sowie Apothekern erlaubt, Frauen jegliche Hilfe zu verweigern, wenn diese mit den Regeln des katholischen Glaubens nicht vereinbar sein sollte. Somit dürfen Ärzte und Apotheker das praktizieren, was gesetzlich noch gar nicht geregelt wurde. Sie dürfen z. B. eine Abtreibung auch in den Fällen ablehnen, in denen sie legal wäre, eine In-vitro-Fertilisation, eine Pränatal-Untersuchung, ja sogar ein Rezept für Verhütungsmittel oder den Kauf von Kontrazeptiva verweigern. Dabei ist schon jetzt eine Abtreibung nur in drei Ausnahmefällen erlaubt: wenn die Frau zu sterben droht, wenn der Fötus irreparabel geschädigt ist oder wenn die Frau vergewaltigt wurde. In allen anderen Fällen gelten Frauen, die abtreiben wollen, als kaltblütige Kinder-Mörderinnen.

Die Machthaber Polens wollen das Übereinkommen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen außer Kraft setzen und stellen zugleich die staatliche Finanzierung der Frauenzentren ein.

Sie verbieten den rezeptfreien Verkauf der „Pille danach“ (ellaOne) unter dem Vorwand, sie sei ein Frühabtreibungsmittel! Gleichzeitig verharmlost der Staat zynischerweise das Verhalten der Väter, die sich von Unterhaltszahlungen drücken.

In der Kirche werden pädophile Priester in Schutz genommen. Der Erzbischof Michalik, der die Pädophilie euphemistisch ein “unangemessenes Verhalten” nannte, behauptete gar, an Missbrauch seien Kinder selbst schuld, da sie auf der Suche nach Liebe darum bitten, verführt zu werden.

Es gibt genug Gründe, um am 8. März auf die Straßen zu gehen. Wir werden unsere Regenschirme, Symbole unseres Kampfes, nicht schließen.

Zum Glück sind wir nicht allein. Der Frauenkampftag und die International Women’s Struggle Demonstration schließen sich uns an! In mehr als 40 Ländern weltweit erheben sich Frauen gegen Frauenhass, Gewalt, wirtschaftliche Diskriminierung, Nutzung der Religion, um Frauenrechte einzuschränken, einschließlich des Rechts jeder Frau über ihren Körper zu entscheiden. Wir stehen auf gegen rechtspopulistische Regierungen, die Frauen zu Bürgerinnen zweiter Klasse degradieren.

Wir sind nicht der Ansicht, dass diejenigen, die vorher an der Macht waren, viel besser waren als die jetzigen Machthaber. Alle vorherigen Regierungen in Polen nach der Wende benahmen sich ausgesprochen schändlich. Sie haben die Verdienste der großen Frauen der „Solidarność” weggewischt.

Sie haben das schandhafte Antiabtreibungsgesetz verabschiedet, das sie seitdem ein „Kompromis” nennen und dabei war gerade in diesem Moment eine Frau die Premierministerin Polens! Sie hat sich mit den patriarchalen Nomenklatura, mit der Kirche und den neuen Machthaber arrangiert.

Das werden wir nie vergessen! Nein!

 

International Women’s Strike (Dziewuchy Dziewuchom Berlin)

Foto: Maciej Soja

Foto: Maciej Soja

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